Schiff oder Boot?

Was sagt man wann? Nun, beide sind seetüchtig, unterscheiden sich aber in der Größe. Die große Variante ist das Schiff und darauf sollten sich Rettungsboote finden lassen.

Nun muß ich mich aber doch etwas detaillierter mit den Schiffen beschäftigen, denn wenn man am Hafen wohnt, sollte man die Schiffstypen auseinanderhalten können. Jedenfalls die wichtigsten und das ist dann doch etwas trickreicher als ich zunächst dachte. Schlepper, Kreuzfahrer und Containerschiff werde ich erkennen können. Aber in welche Kategorie sortiere ich das Feedschiff ein? Deshalb mache ich mir mal eine kleine Liste.

Schiffstypen

Das Containerschiff transportiert genormte Kästen. Alle Container sind gleichgroß, obwohl es gibt auch Ausnahmen. Man kann den Schiffstyp leicht erkennen, denn die bunten Boxen sind offen auf dem Deck gestapelt. Der kleine Bruder ist das Feederschiff oder ‚feeder vessel‘ (engl.: to feed = füttern). Auch das transportiert Container, ist aber deutlich kleiner. Es transportiert die Kisten innerhalb eines Hafens zu den Terminals oder zu großen Seehäfen, wo die Ladung dann übernommen wird. Es dient also als Zulieferer für Containerschiffe. Und oftmals werden auch Autos mit Feederschiffen transportiert.

Die Tankschiffe kann man auch gut erkennen. Sie sind sehr groß und haben ein scheinbar leeres Deck. Tatsächlich sind dort jede Menge Leitungen undVentile angebracht, aber aus der Ferne sieht man sie kaum. Hinten ist der Aufbau, mit Brücke und Mannschaftskabinen. Ein anderer Typ ist der Flüssiggastanker, an dessen Seite oft die Buchstaben ‚LNG‘ oder ‚LPG‘ zu lesen sind. Sie stehen für ‚liquified natural gas‘ oder ‚liquified petroleum gas‘. Die Schiffe   fallen auf, weil sie große runde Tanks an Bord haben, dessen obere halbrunde Schale zu sehen ist. Sie dienen als flexible Pipelines, denn normalerweise fliesst in diesen Rohren das Flüssiggas.

Will man viel von einer Sorte transportieren, dann braucht man keine Container. Dann sind die Massengutfrachter die richtige Wahl. Auch sie werden oft mit dem englischen Begriff ‚Bulkcarrier‘ bezeichnet. Die Schiffe sind sehr groß, ihre Silhouette ähnelt dem Tankschiff und sie haben eigenes Ladegeschirr, also einen Kran an Bord. Im Schiffsbauch lagert Schüttgut, wie beispielsweise Erz, Kohle, Zement oder auch Getreide.

Natürlich gibt es auch ganz besondere Transporte und dafür die passenden Schiffe. Die fallen dann auf, weil man sie einfach keiner Kategorie zuordnen kann. Darunter findet man Mehrzweckfrachter und Schwergutschiffe. Deren Fracht ist so schwer oder so individuell geformt, dass sie den eigenen Kran zum Be- und Entladen benutzen. Und nichts selten haben sie die Brücke am vorderen Ende des Schiffes, von dort hat der Kapitän freien Ausblick. Sieht man so ein Schiff vorbeiziehen, könnte man auf die Idee kommen, es würde rückwärts fahren. Tut es aber nicht, höchstens im Hafen.

Ein Schlepper ist leicht auszumachen. Es gibt kleine und große, Kraftpakete sind sie alle. Ihre Aufgabe ist das bugsieren der großen Schiffe. Dabei können sie sowohl ziehen als auch schieben. Oft geschieht das im gemeinsam, ein Schlepperkapitän muß also ein guter Teamspieler sein.

Und dann gibt es unzählige Exoten, die man nicht so oft sieht. Natürlich sind die großen Kreuzfahrer immer willkommen, am besten gleich die Originale von der britischen Insel. Aber auch ein Forschungsschiff ist interessant. Und natürlich die Traditionsschiffe oder ein großer Segler mit drei oder gar vier Masten. An denen kann man sich im Mai sattsehen, wenn der Hamburger Hafen seinen Geburtstag (7. Mai) feiert.

Große Fähren und Ro-Ro-Schiffe sieht man im Hamburger Hafen nicht so oft. Die Englandfähre ist längst eingestellt und der LKW-Verkehr, der die ‚Roll on/Roll off‘ Schiffe nutzt, steuert Häfen an, die unmittelbar an der Küste liegen.

Mit dieser kleinen Auswahl kann ich beginnen, damit sollten die meisten Schiffe identifizierbar sein. Und wenn nicht, dann fragt man eben freundlich nach. Im Hafen gibt es viele Menschen, die sich bestens auskennen und gerne Auskunft geben.